„Gerade die Kriminalität junger Menschen ist eine ernste Herausforderung für die Gesellschaft. Hier gilt es Strafen so zu organisieren, dass sie nachhaltig wirken, denn nur so können „Karrieren“ vermieden werden“, hält Uta Böckel, Mitglied der SPD-Kreistagsfraktion, die Arbeit der Jugendarrestanstalt für eine sehr wichtige Aufgabe. „Umso erfreuter sind wir, dass das Gespräch mit dem Leiter der Anstalt, Herrn Sonne, gezeigt hat, dass neben dem Strafcharakter auch die psychologische Betreuung einen hohen Stellenwert genießt.“ Viele der Jugendlichen kämen aus schwierigen Verhältnissen, so Fred Sonne, hätten zum Teil selbst bereits in jungen Jahren Gewalt am eigenen Leib erfahren. Die täglichen Gespräche mit den arrestierten Jugendlichen zeigten oft einen großen Bedarf an psychologischer Betreuung, die von einigen Jugendlichen auch nach der Arrestzeit eigenständig fortgeführt wird. „Solche Einsicht in die Notwendigkeit des eigenen Beitrags zur Besserung ihrer Situation, ist der wichtigste Schritt, der mit dem Arrest erreicht werden kann. Solche Einsichten sind aber leichter zu erreichen, wenn Straftat und Arrest zeitlich eng beieinander liegen“, weist Annemarie Meinhardt, Mitglied der SPD-Kreistagsfraktion, kritisch auf die in dieser Frage oft zu langen Wartezeiten hin.
Der Tagesablauf in der Jugendarrestanstalt ist exakt strukturiert und klar in seinen Aufgaben. Neben Sport und Werkstattarbeiten sind Aufstehen, Essen, Freizeit und Nachtruhe an klare Zeiten gebunden, Ausnahmen gibt es nicht. „Dieser geregelte Tagesablauf ist vielen der Arrestanten gänzlich unbekannt und stellt bereits die erste zu bewältigende Herausforderung dar“, sieht Rita Hoffmann, SPD-Mitglied im Kreisausschuss, darin aber auch die Chance, dass die jungen Menschen Alternativen erfahren, die sie bisher nicht für möglich gehalten haben. „Das Sportprogramm in der Anstalt bietet deshalb für viele die Erfahrung, dass sie Leistungen vollbringen können, die sie bisher für unmöglich gehalten haben.“ So stellt das Leben im Jugendarrest für viele eine völlig andere Welt dar, die zu meistern ist und sogar das ein oder andere unerwartete Erfolgserlebnis bietet. „Wichtig ist dabei aber immer wieder, dass einerseits für die Jugendlichen der Zusammenhang zwischen ihrem (strafbaren) Handeln und der Strafe zu sehen ist. Andererseits muss ihnen aber auch eine Alternative eröffnet werden“, denn nur mit dem Angebot der nachfolgenden Hilfe, sei mit einem langfristigen Erfolg zu rechnen. Und auch hier zeigt sich wieder, wie nachhaltig die Streichungen der Landesregierung im sozialen Bereich, zu Lasten der Gesellschaft gehen. Schuldner- und Drogenberatung, Schulsozialarbeit und psychologische Beratungsstellen, viele Stellen wurden „eingespart“, die gerade für Jugendliche wichtige Präventionsangebote organisiert haben.









