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15.02.10
SPD-Kreistagsfraktion unterstützt fachlich fundierte Forderungen
Bildungspolitische Eckpunkte der SPD gut für Schüler
Die SPD-Kreistagsfraktion unterstützt die Forderungen der Landes-SPD zu einer strukturierten Weiterentwicklung der Hessischen Schullandschaft. „In ihrem Eckpunktepapier zur Novellierung des hessischen Schulgesetzes hat die SPD-Fraktion klare Positionen vorgelegt, die sich gezielt an den Bedürfnissen von Schülern und Schule orientieren“, bewertet Uta Böckel, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion, das Eckpunktepapier als fachlich fundiert.

„Demokratische Prinzipien, die sich in unserer Gesellschaftsstruktur wiederspiegeln, bereits in der Schule zu pflegen, ist eine alte sozialdemokratische Forderung. Eine selbstständige Schule, wie sie im „Haus der Bildung“ der Sozialdemokraten gefordert wird, braucht dieses demokratische Grundverständnis ganz besonders“, so Uta Böckel. Sie weist darauf hin, dass die steigende Verantwortung der Schule deshalb selbstverständlich eine intensivere Beteiligung der Schulgremien bedeuten muss. Dass die hessische CDU/FDP-Regierung das Konzept der selbstständigen Schule jetzt auch verfolgt, bewertet die SPD-Kreistagsfraktion grundsätzlich positiv. „Allerdings dürfen die Schulen dabei nicht zum Sündenbock für das schulpolitische Versagen der Landesregierung gemacht werden“, warnt Uta Böckel davor, Verantwortung zu fordern, ohne den Schulen die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen.
Bereits bei der zögerlichen und verwässerten Umsetzung des Ganztagsschulprogramms der damals rot-grünen Bundesregierung, hat die CDU-geführte Landesregierung deutlich gemacht, dass es ihr mehr um populistische Aneignung von guten Ideen geht. „Der Main-Kinzig-Kreis hat vom millionenschweren Bundesprogramm nachhaltig profitiert. Die zügige Umsetzung des Programms durch den damaligen Landrat Karl Eyerkaufer hat vielen Schulen des Kreises eine gute Infrastruktur wie Mensen, Cafeterien, zusätzliche Aufenthaltsräume, größere Bibliotheken, etc. beschert“, erklärt Dr. Hans-Jochen Schild, SPD-Mitglied im Ausschuss für Bildung des Kreises. „Diese gute Infrastruktur wird leider nur unzureichend zu ihrem ursprünglichen Zweck genutzt. Aus den geplanten Ganztagsschulen wurde vorerst nur ein unterfinanziertes Nachmittagsangebot. Hier hat Hessen noch einiges aufzuholen, um den Schülern mehr Zeit zum Lernen und den Lehrern mehr Zeit für die individuelle Förderung der Schüler zu geben.“ Für den Main-Kinzig-Kreis bedeutet das, dass nur die Schulen für praktisch Bildbare tatsächlich ganztägig unterrichten. Die meisten anderen Schulen bieten am Nachmittag freiwillige Arbeitsgemeinschaften und Hausaufgabenhilfen an, was natürlich weit davon entfernt ist, eine „richtige“ Ganztagsschule zu sein. „In diesem Zusammenhang wäre es hilfreich, wenn einige selbsternannte lokale Bildungspolitiker der CDU auch endlich lernen würden, was der Unterschied zwischen Betreuungsangebot und Ganztagsschule ist“, zeigt sich Dr. Hans-Jochen Schild enttäuscht, dass hier, trotz jahrelanger Diskussionen, offenbar immer noch Aufklärungsbedarf besteht.
Zum Schluss ist selbstverständlich auch auf die Einführung einer völlig vermurksten Schulzeitverkürzung in Hessen hinzuweisen, in der Regel G8 genannt. „Die Anpassung der Schulzeit bis zum Abitur an die internationalen Standards ist ein Anliegen, das bereits viele Jahre diskutiert wurde. Deshalb ist es umso erstaunlicher, dass die Umsetzung in Hessen derart stümperhaft erfolgt ist“, kritisiert Uta Böckel die CDU/FDP-geführte Landesregierung in dieser Frage ganz massiv. „Im Grunde ist diese „Reform“ nichts anderes, als den Lehrstoff von sechs Schuljahren in fünf zu pressen.“ Die massive Kritik von Eltern, Schülern und Lehrern zeigt ganz deutlich, dass hier alles falsch gemacht wurde, was falsch zu machen war. „Interessant ist dabei, dass die Regierungsparteien sogar in ihrem eigenen Koalitionsvertrag festlegen mussten, dass sie die nächsten Jahre nutzen wollen, um ihren Bockmist wieder einigermaßen grade zu biegen. Leider nutzt das den vielen tausend Schülern, die sich seit Jahren durch diesen Murks quälen nichts mehr“, sieht Uta Böckel gerade diese Schülerinnen und Schüler als die Leidtragenden dieser „Versuchskaninchen-Politik“ der Landesregierung. „Etwas mehr Fachkompetenz und weniger ideologische Verbohrtheit hätten dieses Projekt zu einem echten Erfolg führen können. Leider hat die Landesregierung auch hier wieder bewiesen, dass es ihr nicht um die Schülerinnen und Schüler und eine gute Bildungslandschaft geht, sondern ausschließlich um Klientelpolitik und Ideologie.“


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