„Die Informationen von Seiten der KV waren fundiert und haben gezeigt, dass die Lage im Main-Kinzig-Kreis den Verantwortlichen dort sehr wohl bewusst ist“, zeigen sich Jutta Straub, Sonja Senzel und Martina Glaab, sozialpolitische Sprecherinnen der SPD-Kreistagsfraktion, zufrieden, dass diese gemeinsame Gesprächsbasis gegeben ist. „Dem Bericht war zu entnehmen, dass gerade das für den Main-Kinzig-Kreis relevante Problem der zu großen Versorgungseinheiten erkannt wurde und nach Lösungen gesucht wird. Ein, auch auf Bundesebene diskutierter Weg, ist die auch von uns vorgeschlagene Variante, dass nicht mehr ganze Landkreise als eine Versorgungseinheit gelten. Stattdessen sollen viele kleinere Gebiete gebildet werden, die dann eine wohnortnahe ärztliche Versorgung gewährleisten können. Dies wäre auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung der Bevölkerung ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“
Eine weitere Neuerung in den gesetzlichen Rahmenbedingungen könnte in dieser Frage zukünftig auch für Hessen bedeutsam werden. Bisher hatten allein die Kassenärztlichen Vereinigungen den Auftrag zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung und deren Gewährleistung. Neu ist nun, dass, gemäß dem in Baden-Württemberg bereits praktizierten Hausärztemodell, künftig Ärzte direkt mit den Krankenkassen verhandeln können und die Kassenärztliche Vereinigung nicht mehr zwischengeschaltet wäre. „Ein solches Modell ist momentan nur für die ganz großen Krankenkassen, wie etwa die AOK, sinnvoll zu realisieren“, sieht Bernd Becker, SPD-Mitglied im Sozialausschuss des Kreistages, in dieser Frage weiteren Gesprächsbedarf mit den Krankenkassen. „Die SPD-Kreistagsfraktion wird dieses Hausärztemodell deshalb noch einmal mit den Krankenkassen direkt diskutieren, um eventuelle Vorteile für die ärztliche Versorgung im Main-Kinzig-Kreis zu ermitteln.“
Dem Bericht der KV war in seinem Grundtenor deutlich zu entnehmen, dass auch die Kassenärztlichen Vereinigungen erkannt haben, dass Bewegung in das bestehende System gebracht werden muss. „Wir hoffen, dass es die KV schafft, noch in diesem Jahr eine verbindliche Regelung zu finden, die es ermöglicht, nicht die Statistik, sondern die tatsächliche Versorgung der Menschen vor Ort zum Ausgangspunkt zu nehmen. Denn das ist es worauf es ankommt“, so Bernd Becker abschließend.








